2015-02-02 Magdeburg: Magida(3)

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Magida demonstriertNachdem am 19. Januar der erste Aufmarschversuch des Magdeburger „PEGIDA“-Ableger „Magdeburg gegen die Islamisierung des Abendlandes“ mit rund 600 teilnehmenden scheiterte, gingen am 26. Januar etwa 800 rassistische BürgerInnen, Nazis und rechte Hooligans auf die Straße. Eine Woche später nehmen dagegen „nur“ 600 Menschen am 3.MAGIDA-Spaziergang teil.

MAGIDA – unorganisiert in der Krise?
Nachdem beim Dresdner Vorbild einige Vorstandmitglieder zurückgetreten sind, darunter die ehemalige Pressesprecherin Kathrin Oertel, ist offen wie sich die neurechte Bewegung bundesweit entwickeln wird. So hat sich PEGIDA vom Leipziger Ableger LEGIDA distanziert und die Zahl der Teilnehmen ist bundesweit rücklaufig.So nahmen in Magdeburg 600 Menschen am MAGIDA-Sparziergang teil, 200 weniges als letzte Woche. Desweiteren gab es letzte Woche für MAGIDA einen LKW als Bühne, welcher der Auftaktkundgebung diente. Dagegen schienen die heutigen Lautsprecher ziemlich minimalistisch. Auch während des Sparzierganges gab es Anweisungen nur über ein Megaphon. Eine Organisierung und feste Planung der MAGIDA-Demonstrationen ist für außenstehende weitestgehend nicht erkennbar.

„Wir sind keine Nazis“
Hingegen der Behauptung der Organisatoren, sie seinen nur ganz normale Bürger die ihre Meinung zum Ausdruck bringen wollen, wird MAGIDA kontinuierlich von Neonazis genutzt und besucht. So nahmen erneut Gustav Haenschke (NPD Magdeburg) und Hartmut Schirmer (NPD Aschersleben) teil. Dem Landesvorsitzenden der NPD Sachsen Anhalts, Peter Walde, gelang es sogar seine rassitischen und menschenverachtenden Ideologie am offenem Mikrofon zu propagandieren. Außerdem nahmen weitere unorganisierte Neonazis und rechte Fussballhooligans teil. Eine Distanzierang der OrganisatorInnen fehlt komplett. Allerdings ist es MAGIDA selbst, welche einen antimuslimischen Rassismus gegen Geflüchtete schüren und sich auf ein nationalistisches Konstrukt reduzieren.

Meinungsfreiheit ohne Presse
Am Abend versuchten immerwieder vermummte Teilnehmer der MAGIDA JournalistInnen anzugreifen und zu bedrohen. Nach dem Motto „das wird man ja noch sagen dürfen“ wird ein menschenverachtendes Weltbild propagiert, indem eine (kritische) Berichterstattung jedoch keinen Platz hat. Immerhin bemüht sich MAGIDA um eine positive Außenwirkung. Die agressive Grundstimmung der letzten Wochen ist nicht verschwunden, allerdings wird probiert diese mundtot zu machen. So sollte der heutige Spaziergang zu einem Schweigemarsch werden. Das dabei rufe wie „früher Stasi, heute rote SA“ oder „dreckiges Lumpenpack“ gegnüber GegendemonstrantInnen erschallten wird verschwiegen.

Blockade umgangen
Es gelang mehreren GegendemonstrantInnen auf die Route der MAGIDA zu kommen. Kurzerhand probierten 50 junge Menschen mit mehreren Sitzblockaden den MAGIDA-Aufmarsch zu verhindern. Die Polizei war mit 700 Einsatzkräften vor Ort und lies sich davon wenig beeindrucken. Die Blockade wurde abgeschirmt und MAGIDA konnte entlang der anderen Straßenseite weiter marschieren. Am Rande der Route kam es immerwieder zu Rangeleien zwischen der Polizei und den GegendemonstrantInnen.
In naher Zukunft wird es interessant, ob es gelingt an erste Erfolge der Gegenproteste anzuknüpfen und MAGIDA erneut zu blockieren.

Fotos: https://www.flickr.com/photos/lukasbeyer/sets/72157650609645281

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