2015-01-16 Magdeburg: Naziaufmarsch & städtisches Gedenken

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Neonaziaufmarsch in MagdeburgGegen 15.00 Uhr fand auf dem Westfriedhof das städtische Gedenken an die Bombardierung Magdeburgs statt. Das Bündnis gegen Rechts hatte an den Eingängen Mahnwachen abgehalten und auf dem Friedhof waren Verteter der bürgerlichen etablierten Partein. Gemeinsam wurden Kränze niedergelegt und der Zerstörung der Stadt am 16. Januar 1945 durch die alliierte Bomber gedacht. Sachsen-Anhalts Innenminister Stahlknecht und Oberbürgermeister Trümper durften bei dieser Veranstaltung natürlich nicht fehlen. Die AFD Magdeburg legte einen Kranz nieder, vermutlich um Ihr eigenes Image aufzubessern. Vor wenigen Tagen wurden in Magdeburg knapp 1000 Naziplakate auf angeblich geklauten AFD-Wahlpklaten rechtswidrig aufgehängt.

Circa 18.30 Uhr starteten rund 300 Neonazis einen schweigenden „Trauermarsch“ vom Bahnhof Eichweiler im Magdeburger Norden. Es gab keine Zwischenkundgebung und keine Redebeiträge. Immer wieder gab es Versuche den Aufmarsch zu stören. Dabei kam es auch vereinzelt zu Sitzblockaden, welche von der Polizei geräumt wurden. Die angereisten Neonazis kamen dabei aus Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen, Berlin und NRW. Um 20.45 Uhr wurde die Versammlung offiziell aufgelöst. Für die Nazis war es jedoch kein Problem, an der Flüchtlingsunterkunft in der Windmühlenstraße ihre Autos zu parken und im Mob daran vorbeizuziehen. Später zeigten sich rund 50 Menschen mit den Geflüchteten solidarisch und stellten sich vor die Unterkunft, da immer noch Neonazigruppen im Stadtteil unterwegs waren.

Fotos: https://www.flickr.com/photos/lukasbeyer/sets/72157650323473471

2014-12-06 Weißenfels: Anti-Asyl-Demonstration

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Neonazidemonstration in WeißenfelsFür den 06.Dezember hatte die „AG Weißenfels“ zu einer „Bürgerdemo“  gegen „Asylmissbrauch und Kriminalität“ aufgerufen. Es beteiligten sich  rund 120 Neonazis, BürgerInnen waren jedoch nur vereinzelt zu erkennen. Angereist waren Neonazis aus freien Kameradschaften sowie aus den Parteistrukturen der „JN“ und „Die Rechte“ , welche hauptsächlich aus dem Süden Sachsen-Anhalts, Sachsen und Thüringens kamen. Die Demonstration verlief durch Wohngebiete der Stadt Weißenfels, jedoch nicht durch die Innenstadt, da  dort ein Infostand vom „Bündnis für Toleranz“ angemeldet war. Das  Bündnis orientierte sich am Samstag an der Aktion „rechts gegen rechts“  aus Wunsiedel und spendete für jeden Meter, den die Neonazis liefen, Geld an Geflüchtete und AsylbewerberInnen. Entlang der Demonstrationsroute wurden Plakate gegen Nazis aufgehangen und Sprüche mit Kreidespray auf dem Boden hinterlassen. Mit einer Lichterkette setzten am Abend rund 150  Menschen in der Marienkirche ein Zeichen gegen  Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.
200 PolizistInnen waren in Weißenfels im Einsatz. Mit fadenscheinigen Begründungen erklärten die Polizeikräfte, die Sicherheit von JournalistInnen nicht gewährleisten zu können. Schon im Vorfeld der Demonstration wurden JournalistInnen durchsucht, während Neonazis ungehindert zur Versammlung gekommen sind. Später wurde mehreren JournalistInnen die Dokumentation der Demonstration verweigert, indem sie von der  Polizei aufgefordert wurden, mindestens 100 Metern hinter der Demonstration zu laufen. Wieder einmal zeigte  sich, dass eine Berichterstattung über das Naziproblem einer Stadt nicht gewollt ist und die „Lösung“ daraus besteht, kritischen  Journalismus zu verhindern.

Fotos: https://www.flickr.com/photos/lukasbeyer/sets/72157649660499285

Hallo Welt!

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Lukas Beyer ist ein junger Fotojournalist mit Schwerpunkt auf Demonstrations- und Protestfotografie. Er beobachtet rechte und neonazistische Veranstaltungen und Strukturen in und um Sachsen Anhalt. Fotos und Berichte werden auf Flickr, teilweise auch beim Störungsmelder von ZEIT ONLINE und in Zukunft auf diesem Blog veröffentlicht.